Sowohl unsere Pilotfolge als auch die erste offizielle SHT-Episode waren mit englischsprachigen Interviews durchsetzt. Um niemanden die dort publizierten Infos vorzuenthalten, und gleichzeitig die Gesprächs-Authentizität zu wahren, haben wir zu deutschen Untertiteln gegriffen. Gegenüber einer ‘Voice Over’-Übersetzung nahm die Transkription des Audio-Schlachtfelds zwar erheblich mehr Zeit in Anspruch, erfüllt jedoch unseren SHT-Arbeitsanspruch.
An dieser Stelle wollen wir in einem kurzen Beitrag unsere Erfahrungen mit dem eingearbeiteten Prozedere der Untertitel-Erstellung wiedergeben. Gerade auch, weil sich im Netz für eine ‘Kleinstproduktion von Untertiteln’ keine Übersicht finden ließ.
Je nach Länge des vorliegenden Videomaterials sowie dessen Gesprächsgeschwindigkeit, kann eine zehnminütige Unterhaltungs-Niederschrift durchaus 3-4 Stunden verzehren. Übung hilft hier jedoch und schraubt die aufzuwendende Arbeitszeit nach den ersten Interviews erheblich nach unten.
Die Wahl des zu verwendenden Programms fällt auf die Open Source-Entwicklung Jubler (GNU), die als Java-Client auf mehreren Plattformen funktioniert. Damit Jubler jedoch die Videodateien abspielt, mit denen ihr euch beschäftigen wollt, bedarf es einem funktionsfähigen MPlayer.
Da sich an beiden Software-Seiten konstant eine Menge verändert, muss darauf geachtet werden die richtige Version (MPlayer-dev-SVN-081118-01.dmg) zu installieren. Da die automatische Erkennung der benötigten Jubler-Zusatzkomponente komplett zu vergessen ist, darf man sich von den ersten (erfolglosen) Start-Konfigurationen nicht entmutigen lassen.

Läuft das durchaus hässliche Jubler-Programm einmal, konnten wir auch für umfangreichere Arbeiten keinerlei Abstürze oder andere Probleme feststellen. Jubler zeigt auf dem Mac zwar kein Live-Videobild, projiziert jedoch den Abschnitt der Audio-Sequenz zur Bestimmung der Untertitellänge sehr hilfreich auf den Bildschirm. Dabei wählt man flexibel den Bereich über der Audiospur, für die man einen Untertitel einblenden möchte. Die Zeichenanzahl ist auf zwei Textzeilen begrenzt. Eine zu hohe Anzahl von Buchstaben und eine Überlagerung von zwei Textbausteinen, quittiert das Programm mit einer roten Markierung.
Im Laufe Zeit bekommt man ein Gefühl für dessen Länge und textueller Ausdrucksform. Das gesprochene Wort ist nämlich nicht unbedingt gleich dem geschriebenen Wort.
Die finale Untertitel-Datei ist wenige Kilobyte groß und enthält die Zeitmarken sowie den jeweiligen Text. Spätestens jetzt merkt man, dass man am finalen Video keine Schnitte mehr ansetzen sollte, wenn man die Textpassagen nicht alle noch einmal verschieben bzw. neu verfassen möchte.
Die produzierten Dateitypen .srt, .sub, etc. – für deutsche Umlaute als UTF-16 formatiert – sind standardisiert und können mit Submerge in das Video ‘eingebrannt’ werden. Wer Untertitel ‘optional’ halten möchte, kann diese beispielsweise separat auf YouTube hochladen, und der Zuschauer entscheiden lassen, ob diese eingeblendet werden sein sollen.
Für den Podcast-Feed haben wir mit Submerge die Untertitel fest ins Video eingebunden. Submerge geht mit dem Apple Intermediate Codec um und kann so ohne Qualitätsverlust Video- und Untertitel-Dateien zusammenführen.

-> http://www.bitfield.se/submerge/index.html
Insgesamt ist die Erstellung von Video-Untertiteln (für den privaten Einsatz mit wenig Budget) in seiner Konfiguration holprig aber durchaus stabil. Die Programme sind zweckmäßig gestaltet und liefern mit etwas Mühe, einen echten Zuschauer-Mehrwert.