Das SuperHyperTurbo-Intro hat für ordentlich Aufregung gesorgt. Matthias Gottung (twitter@mogamblin) zeigte sich für dessen Erstellung verantwortlich.
Aufgrund der vielen Nachfragen in den Kommentaren, per E-Mail und Twitter haben wir Matthias gebeten, ein paar schriftliche Worte in unserem SHT-Blog zu verlieren.
Vielen Dank dafür!
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Alex und Musti haben mich gebeten, ein paar Zeilen über die Erstellung des Intros zu schreiben.
Die Vorgaben waren so gut wie nicht vorhanden, es sollte möglichst viele Pixel vorkommen, die mit einem 8bit-lastigen Theme untermalt sind. Nach ein paar unterschiedlichen Ansätzen habe ich mich dann dafür entschieden, die ‘Zwei Helden’ als „12bit“-Charaktere zu zeichnen.
Da in den Kommentaren einige Fragen aufkamen, wie das Intro erstellt wurde, hier ein kurzer Einblick zur Animation des Intros für SuperHyperTurbo.
Aller Anfang ist schwer. Wie bekommt man ohne weiteres Ausgangsmaterial Mustafa dazu, einen den ‘Kung Fu-Kranich’ zu praktizieren?


Musti wurde in Photoshop mit einer niedrigen Auflösung von 100*240 Pixeln gemalt, so das alle Details zwangsweise grobkörnig aussehen. Um später keine weichgerenderten Kanten bei Nahaufnahmen zu erkennen, habe ich die Auflösung jedoch wieder auf 1000×24000 hochgeschraubt. Dank Pixelwiederholung bleiben die scharfen Kanten erhalten.
Damit dieses Bild später animiert werden kann, muss es unterteilt werden um später die einzelnen Gliedmaßen zu drehen und schieben. Für das Intro hab ich mich dazu entschieden, sie in Kopf, Torso, linker und rechter Oberarm, Unteram, Hand, Oberschenkel sowie Fuß aufzuteilen.
Für den ‘nahtlosen’ Übergang – ‘zum Stopfen der Grafik-Löcher’ – wird später an jedem einzelnen Gelenk zusätzliche Farbe verwendet. Dazu wurde jeder Ebene ein Kontur-Rahmen von ein bis zwei Pixeln hinzugefügt. Der Kontur-Rahmen war außerdem dazu da, den Kontrast der Figur zu erhöhen. Dadurch wird zusätzlich gewährleistet, dass immer ein Rahmen um die Gliedmaßen zu sehen ist und nicht nur um die Außenlinien der Figur.
Diese Photoshop-Datei mit schlussendlich zehn Ebenen, wird nach Adobe After Effects importiert. Hier kann man nun die einzelnen Gliedmaßen miteinander verknüpfen, damit eine Charakteranimation möglich wird. Was wir im deutschen mit ‘Überordnen’ bezeichnen, nennt sich in englischer Sprache ‘Parenting’.
Ein gutes Beispiel dafür ist Mustafa’s Arm-Animation. Wenn man die rechte Hand dem rechten Unterarm überordnet und den rechten Unterarm dem rechten Oberarm, dann bewegen sich Hand und Unterarm gemeinsam mit dessen Oberarm.
Selbstverständlich kann man während einer Oberarm-Bewegung auch die entsprechende Unterarm-Animation mitgeben.


Und während die After Effect’s-Liste immer länger zu scheinen wird, sieht der einzelne Effekt schon recht fein aus:

Mit genug Feingefühl lässt sich mit dieser Technik auch ein laufender Alex animieren:

Das Ende des Intros sollte den Namen der Show sowie dessen Season- und Episodennummer zeigen. Weitere Vorgaben gab es (von den verplanten Jungs) nicht. Ich startete mit folgendem Ausgangsbild:

Gutes Motiondesign benötigt einen lebhaften Vorder- und Hintergrund, weshalb neben dem SuperHyperTurbo-Schriftzug dessen Abkürzung SHT als ‘wandverkleidende’ Tapete zum Einsatz kommt.
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Hier verwende ich den Effekt „Motion Tile“, der den abgekürzten Schriftzug variabel in alle Richtungen verschiebt. ‘Motion Tile’ erlaubt es, ein Bild in seiner Höhe und Breite endlos zu wiederholen. Im Hintergrund liegt ein einfaches Weißbild; schwarze Rahmen geben der animierten Dekoration Standfestigkeit. Um alle Einzelteile miteinander zu vermengen, wird die Tapete in den Ebenenmodus „Weiches Licht“ gesetzt und zudem ein Hell/Dunkel-Verlauf darüber gelegt. Dieser ‘dämpft’ die Tapete zum Rand hin ab. Der Helligkeitswert verbleibt auf 50-Prozent.

Da sich der Schriftzug nicht stark genug vom Hintergrund absetzt, wird darauf ein Schlagschatten angewendet. Damit das Bild noch ein bisschen mehr Brillanz erhält, wird eine „Lochblende“ übergestülpt um den äußeren Verlauf noch mehr ‘ins Schwarze’ abdriften zu lassen.
Die leuchtenden Ringe sind eigentlich nichts anderes als ein Radiowellen Effekt mit ein paar unterschiedlichen Leucht- und Überblend-Effekten. Mit Radiowellen erzeugt man Kreise, die sich vom Mittelpunkt aus über das Bild verteilen. Wieviele davon pro Sekunde erzeugt werden sollen, lässt sich nach eigenem Geschmack konfigurieren.

Um dem Effekt noch ein bisschen mehr ‘Aha’ mit auf den Weg zu geben, ließ ich eine weitere Radiowellen-Animation mit leicht zeitlich versetztem Abstand ‘addieren’. Hinzu gesellen sich ‘reduzierte Transparenz’ und eine Umstellung des Darstellungsmodus auf ‘Addieren’. Dadurch ergeben die drei Ringe eine interessante Muster- und Helligkeitsveränderung wenn diese aufeinandertreffen.

Zudem werden die Ringe noch als Grundlage für den versetzen Effekt verwendet. Das Ziel soll dabei sein, dass die Ringe so aussehen als ob sie eigenständig das Bild ‘verschieben’.
Im Großen und Ganzen kann man sich am oben beschriebenen ‘Kranich-Modell’ orientieren. Was ich zusätzlich noch benötigte, sind Würfel mit aufgedrucktem SHT-Logo.

Wie man in der Animation sieht, sind kleine 3D Würfel entstanden. Die Seiten der Würfel sind sehr einfach aufgebaut: In der Mitte prangt das SHT-Logo, rundherum gruppieren sich „Glühbirnen“.

Das SHT-Bild mit den Glühbirnen wird sechsmal kopiert. Angeschaltet werden muss die 3D-Funktion für einzelne Ebenen, die einem dann die Möglichkeit gibt im dreidimensionalen Raum zu arbeiten um würfelartige Objekte entstehen zu lassen. Der Trick zur Animation dieses Würfels ist wieder das ‘Überordnen’. Für diese Animation wird ein sogenanntes ‘Null Objekt’ als übergeordnetes Ziel verwendet. Dieses Null Objekt ist ein unsichtbares Objekt, das man normalerweise benutzt um mehrere Bilder zu verknüpfen und um viele Objekte gleichzeitig zu bewegen.
In diesem Fall könnte man sagen, dass das Null Objekt wie Mustafas Körper agiert und die sechs Seiten des Würfels zusammenhält. Wenn man das Null Objekt dreht, drehen sich auch die einzelnen Seiten des Würfels. Die vielen Würfel, die aus dem Bildrand hineinstürmen, sind im Endeffekt eigentlich nur sechs Würfel, die sich drehen und eine S-Kurve fliegen.

So. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig zeigen, wie ich das Intro für SuperHyperTurbo erstellt habe.
Motion Design und After Effects sind wirklich ein interessantes Thema, mit dem man schon durch Kombination von einfachen Aktion wie dem Übereinanderlegen und Verschieben wirklich ansprechende Ergebnisse erreichen kann.